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Meine Geschichte

Meine Geschichte

Die jungen Jahre 1997 - 2004

Geboren bin ich 1997. Aufgezogen von meiner Mutter bis zur Vorschule. Mein Vater hat gearbeitet und das Geld nach Hause gebracht. Alles in einem eigenen Haus also klassische Mittelschicht. 7 Geschwister, also immer was los und nie einsam. Mit Vor- und Nachteilen, was so Geschwister mit sich bringen ;) Haben teilweise trotz Hauses zu dritt in einem Zimmer gelebt, wo man sich manchmal auch auf die Nerven gegangen ist, aber es war auch schön so viele Geschwister zu haben.

Es gab auch leider körperliche Strafen, das war sehr unschön und ist mir negativ in meiner Erinnerung geblieben.

Es gab aber auch schöne Zeiten wir waren im Zoo, auf dem Spielplatz, in der Bücherei um Hörspiele auszuleihen etc. Wenn ich meine Mutter gebraucht habe war sie da. Leider konnte sie nicht so viel Wärme und Liebe geben, nicht weil sie uns nicht geliebt hat sondern weil sie so war und selber eine unschöne Kindheit hatte.

Im Endeffekt glaube ich, dass sie selber professionelle Hilfe gebraucht hätte.

Sie hat aber mit ihren Fähigkeiten das Beste gegeben. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie traurig, einsam war und mit ihrem Leben nicht zufrieden.

Mein Vater hat gearbeitet und kam nach Hause und hatte an Arbeitstagen nicht mehr viel Kraft und Lust etwas zu unternehmen mit uns Kindern. Vielleicht mal in den Ferien oder am Wochenende. Deswegen war das Verhältnis nicht so eng wie mit meiner Mutter. Mein Vater ist ein Mann der Extreme. Entweder extrem nett und Hilfsbereit oder extrem Jähzornig. Bei allem anderen was er tat war er genauso. Ganz oder gar nicht. Aber wenn es drauf an kam, war er auch für mich da.

Es wird ja oft behauptet, dass Kinder die selbst geschlagen wurden, zu Gewalt neigen und dies auch tun aber ich sollte ich mal Kinder haben weiß wie schlimm das ist und das würde ich niemanden anders antun wollen. Ich will es besser machen.

Vieles habe ich verdrängt oder kann ich mich auch gar nicht mehr so erinnern. Außer wie ich immer zu Grundschule mitmusste um meine Geschwister mit abzuholen und um 13:15 gab es Pokémon und die Grundschule ging bis 13:00 Uhr. Da wurde dann nach Hause gerast :D

Ich hatte als kleines Kind auch sehr starke Wutausbrüche und bin schnell aus der Haut gefahren, das weiß ich noch. Das ist zum Glück heutzutage nicht mehr so :) Hätte gerne gehabt, dass meine Eltern mir da mehr geholfen hätten und nicht nur drüber gelacht oder es ignoriert hätten. Über die Jahre ist es irgendwie verschwunden. Keine Ahnung warum und wie. Vielleicht durch den Kontakt mit anderen Kindern später?

Schlechte Erinnerungen habe ich an die Schulärztin die die Schulfähigkeit geprüft hatte. War sehr unfreundlich. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, wie ich mich bis auf die Unterhose ausziehen musste und Auf- und Ab hüpfen sollte um eine Psychomotorik zu prüfen? Ich empfand es als beschämend und frage mich ob das wirklich nötig war.

Grundschule 2004 - 2009

Vorschule 
War teilweise schwierig für mich, da ich vorher keinen großen Kontakt mit Gleichaltrigen gehabt habe und die Strukturen mir Schwierigkeiten bereiten. Wutanfälle hatte ich da auch noch aber nicht gegenüber anderen Gleichaltrigen sondern eher der Lehrerin und Erziehern.

1 - 3. Klasse 
Lief alles soweit ich mich erinnern kann gut. Hier und da ein paar Probleme mit Lehrern aber nichts dramatisches. Es machte sich vielleicht schon etwas bemerkbar was später mir zum Verhängnis werden sollte. Ich besaß zwar Kontakte in der Schule mit denen ich gut konnte aber außerhalb hatte ich oft kein Interesse etwas mit anderen was zu unternehmen oder wenn ich bei anderen war, wurde es schnell langweilig.

Ich hasste die Klassenreisen und das sollte sich nie ändern. Ich hasste es aus meiner gewohnten Umgebung raus zu müssen in die Fremde. Wozu das alles? Das fragte ich mich schon als Kind. War immer ein Zeit totschlagen und hoffen, dass es schnell vorbeigeht.

Ich kann mich erinnern, dass ich damals schon relativ viel Interesse an einem Mädchen hatte. Sie hing viel mit Jungs ab und benahm sich gar nicht wie ein Mädchen (nach traditionellen Rollenbildern). Spielte Fußball, machte sich dreckig, fuhr Skateboard (hat sich sogar ein Doppelbruch mit Gips zugezogen lol). Wenn es Ausflüge gab sollte man sich einen Partner suchen, den man an die Hand nahm. Ich habe sie immer genommen. Sie hat mich auch damals als einzigen Jungen zu ihrem Geburtstag eingeladen. 

Vielleicht war es Liebe? Kann ich im nachhinein nicht sagen aber ich würde sagen ich habe nie wieder seit dem so jemanden getroffen, den ich so interessant fand, aber ich weiß nicht ob das auf Gegenseitigkeit damals beruhte oder sie mich nur als ganz normalen Freund betrachtete. Keine Ahnung wie es mit ihr weiterging, sie ging nach der 4. Klasse auf eine andere Schule und der Kontakt brach ab, wie es mit allen aus der Grundschule passierte. 

Das hängt mir im nachhinein irgendwie nach und frage mich was wäre wenn der Kontakt nicht abgebrochen wäre, aber da wusste ich nicht was in der Zukunft noch kommt. Habe gedacht man findet einfach neue Freunde und war optimistisch. 

Ich ging als einziger aufs Gymnasium, wo kein anderer hinging, weil es das war wo schon meine Geschwister hingingen.

Ein weiterer Grund dort hinzugehen bei der besagten Schule war, dass sie auch Leute mit nicht so guten Noten und ohne Gymnasiums Empfehlungen nahmen.

4. Klasse - Erste Anzeichen
Das führt mich zu der 4. Klasse. Ich hatte dort eine Phase wo es mir nicht gut ging, ich würde sagen es war eine leichte erste Schulangst. Meine Noten die vorher ganz gut waren gingen runter, was den Lehrern auffiel aber ich bekam trotzdem noch die Gymasiumsempfehlung. 

Sonstige Gedanken
Als Kind hatte ich schon eine sehr ausschweifende Fantasie. Jeder Ast wurde gefühlt zu einem magischen Zauberstab und lebte gefühlt in richtigen Fantasiewelten. Auch bis in die Grundschule hinein. Redete auch lange Zeit noch mit mir selber aber das hörte auch auf, weil ich merkte wie es andere Kinder irritierte. Das ist bis heute in gewissem Maße geblieben, aber nicht mehr so intensiv wie als Kind.

Abschluss
Abschließend würde ich sagen das meine Kindheit relativ normal verlaufen ist. Nichts traumatisches in dem Sinne. Nichts wirklich greifbares wo ich sage, dass würde für mich erklären, was alles noch kommen sollte, was meine psychischen Probleme später angeht.

Gymnasiumszeit - 5. Klasse

Mit großer Freude eigentlich gestartet neue Freunde kennenzulernen und erfolgreich Abitur zu machen auch wenn ich nie wirklich wusste was ich werden wollte. Also in der Grundschule wollte ich immer Soldat werden, weil ich immer gerne Soldat gespielt habe und es da noch diese kleinen grünen Plastiksoldaten gab. Aber als Kind wusste man noch nicht viel über die grausame Realität des Krieges und war politisch ungebildet.

Das mit Freunde finden war eher schwierig irgendwie kam ich nicht in eine Gruppe rein und hing eher mit den anderen Außenseitern ab oder spielte einfach mit Fußball wo man froh war, dass jemand Torwart sein wollte. 

Ich war gerne Torwart und hatte auch mal eine sehr starke Fußballphase, wo ich auch im Verein spielen wollte, aber die Realität sah in dem Verein wo ich war so aus, dass dort zwei "Trainer" waren die am Rand Bier getrunken haben und das war dann das Training also habe ich es aufgeben.

Wollte es auch mal mit Eishockey probieren, weil ich den Sport auch sehr spannend fand aber der beinhaltete lange Anfahrten und teure Ausrüstung da in Deutschland Eishockey eine Randsportart ist.

Mein letzter Versuch war dann Handballtorwart oder auch als Feldspieler aber als mich mein Vater mal zu einem Probetraining fuhr schlief er im sitzen auf der Bank ein und schnarchte mit offenen Mund. Das war mir so peinlich, dass ich mich nicht getraut habe wiederzukommen und das Probetraining vorzeitig verließ.

Versetzung - 6. Klasse

Ich kann mich erinnern, dass meine Noten wieder einen Knick nach unten machten. Auch wegen der zweiten Fremdsprache (fucking Latein). Ich bin einfach kein Sprachenmensch. Aber das Schulgesetz wurde zu dem Zeitpunkt so geändert, dass wenn man die Versetzung aus der Beobachtungsstufe in die Mittelstufe also 7. Klasse schafft man weder sitzen bleiben noch gekickt werden kann. Keine Ahnung warum, aber es war meine "Chance". Nur die 6. Klasse noch überstehen und dann bin ich erstmal fest im Sattel für die nächsten Jahre bis zur 10. Klasse also Realschule. 
Im Nachhinein war es schon blöde und es wäre wahrscheinlich besser gewesen auf eine Realschule zu wechseln aber hatte Angst vor den Leuten da (hielt die für ziemliche Assis, was sich später aber anders rausstellte) und zu enttäuschen, dass ich auf dem Gymnasium versagt habe.

Versetzung habe ich schlussendlich mit hängen und würgen geschafft.

Pubertät geht hart - 7. - Anfang 9. Klasse

Ich kann mich noch erinnern, dass ich irgendwann angefangen habe komplett drauf zu scheißen. So ab der 7. Klasse. Wollte der Klassenclown und "cool" sein. Vielleicht lag es auch ein Stück weit an der Pubertät. Schule war nur noch Nebensache, habe es irgendwie durchgezogen, meine schlechten Noten kassiert außer in PGW und Geschichte und so meiner Pflicht nachgekommen. 

Schule fühlte sich mehr und mehr wie ein Gefängnis an. Ich blickte häufig wenn an einem langen Schultag die Nachmittagssonne unterging nach draußen sah die durch das Herbstlaub erstrahlenden Blätter im Wind wogen. Der Lehrer ermahnt mich aufzupassen und nicht zu Träumen.

Ich glaube da fing es an, dass ich mich fremd fühlte und nach dem Sinn und Weg fragte. 

8. Klasse war glaube ich wo ich endlich eine feste Gruppe fand aus 3 weiteren Leuten mit den ich abhängen konnte und richtig mal Reden konnte. Ein gutes Gefühl auch wenn man in der Freizeit nicht viel machte oder ich auch wie in der Grundschule nicht wusste was. War ein typischer Nerd der ungesund lebte und vor dem PC abhing und zockte. Einer aus der Gruppe war genauso, er war mir besonders ans Herz gewachsen mit ihm konnte ich über alles Reden. 

Anfang 9. Klasse wurde es immer offensichtlicher wie grottig ich in der Schule war und wie wenig Lust ich noch hatte mir jeden Tag die schlechten Noten abzuholen. Ich war so abgehängt vor allem in Mathe und Latein. Hätten da auch chinesisch reden können wäre egal gewesen. Ich fühlte mich irgendwie Lost und träumte davon nicht mehr zur Schule zu müssen wo ich sehr ungern war.

Anfang 2013

Es war also im 2. Schulhalbjahr der 9. Klasse. Noten im Keller, kein Plan von der Zukunft, der erste Abschluss steht an und null Bock und Motivation mehr zur Schule zu gehen.

Ich weiß nicht ob es im April oder Mai 2013 war als es begann. Mir war morgens immer schlecht und hatte eine Angst vor der Schule, dass es mir schlecht gehen könnte, mich übergeben würde oder ich da gefangen bin und nicht schnell da weg komme. Ich schaffte es einfach nicht mehr zur Schule. Lange Zeit hat mich eine Kinderärztin Krank geschrieben: Mal hatte ich Magen-Darm oder Pfeiffersches Drüsenfieber, wo ich glaube, dass ich das nie hatte aber Hauptsache die Krankschreibung in der Tasche.

Das zog sich hin bis die Ärztin verständlicherweise meinte, dass sie mich langsam nicht mehr Krankschreiben kann. Die Schule machte auch Druck, weil ich schon wochenlang fehlte. Man drohte mit Zwangsmaßnahmen.

Mit den letzten Attesten überbrückte ich die Zeit bis zu einem Termin mit einem Psychotherapeuten. Es wurden einige Tests gemacht IQ und so. Alles unauffällig. Dann kam endlich wo der Druck schon groß war von der Schule das richtige Gespräch mit dem Therapeuten.

Ergebnis: Sie sind einfach ein Schulschwänzer scheren sie sich zur Schule.

Das saß. War ein Schock für mich und damit hatte ich nicht gerechnet. Wenn ich einfach hätte Schwänzen wollen hätte ich es geschickter angestellt. Ein paar Tage hingehen, dann wieder zu Hause bleiben. Damit wäre ich deutlich länger ohne Probleme durchgekommen als wenn man wochenlang am Stück fehlt.

Das einzige "Glück" war, dass es nur noch 1,5 Wochen zu den Sommerferien waren und die letzte komplette Woche eine "Selbstlernwoche" war. Also entspannt wo man nicht so unter Druck und Beobachtung ist. Habe mich da aber auch ganz schön gequält aber durchgezogen. Durften da am Computer programmieren, was ne coole Sache war :)

Dann am Montag Sportfest: Auch easy, kein Druck oder irgendwas. Kann mich irgendwie gut daran erinnern, dass WoW: Mists of Pandaria gerade die neue Erweiterung von WoW erschien war und ich die gerade gezockt habe. Das war eine geile Erweiterung für WoW.

Dienstag: Klasse aufräumen

Mittwoch: Zeugnisse, Abschluss, fertig

So habe ich es überstanden aber leider keine adäquate psychische Betreuung. Und auch keine Lust auf eine erneute solche "Behandlung".

Ich sagte mir Sommerferien genießen und die 10. Klasse auf mich zukommen lassen. Es kommt wie es kommt. Hinzu kam das unsere 3 Klassen zu 2 Klassen zusammengelegt wurden, was das ganze noch zusätzlich "spannend" machte.

2013- Neuer Anfang, Neues Glück?

So war es nun der Anfang der 10. Klasse.

Es sah meist so aus: Morgens musste ich mich zur Schule quälen und die erste Stunde war immer sehr schlimm.

Was mich wirklich gerettet hat war das freie Arbeiten wo man auch unbemerkt rausgehen konnte und nicht so ein Druck da war und zum Zweiten war es die Klasse. Ich empfand sie als angenehm. Die eher unangenehmen Leute waren in der Nachbarklasse. 

Meine Gruppe mit den 3 anderen machte viel Blödsinn, es war schön. Zwar nicht für die Leistungen in der Schule aber so kam ich durch, sonst hätte ich es nicht gepackt durch die Ängste und die Antriebslosigkeit. das war das Einzige was mich bei der Stange hielt.

Ich habe deswegen eher gute Erinnerungen trotz der Beschwerden die ich da schon massiv hatte, aber ich fühlte mich zugehörig und ich hatte wieder einen Alltag. Kein Rumliegen den ganzen Tag und Angst haben, dass die Schule einem aufs Dach steigt.

Anfang 2014

Es stand die Realschulprüfungen an. Für mich sogar 2 Mal. Weil es nicht fest stand ob ich überhaupt versetzt werde, musste ich einmal die für das Gymnasium machen und einmal für die Realschule.

An sich hatte ich mich wieder gut eingekriegt. Die Angst und Antriebslosigkeit hatte ich einigermaßen im Griff.

Geholfen hat mir auch meine Fantasie und Ablenkung wie schon als Kind: Creepypastas waren ein Ding, gezockt, Lets Plays (PietSmiet war damals noch so witzig mit Hardi, leider inzwischen wird da auch nur noch das Geld gezählt) geschaut.

Zu dem Zeitpunkt habe ich die Brony Community entdeckt, was ich zuerst schräg, aber dann irgendwie auch cool fand. Der würde ich mich bis heute zuordnen. Davor war ich schon auf Sonic Comics gestoßen die ich cool fand. Auch wenn das andere Bronies nicht gerne sehen diese Verbindung aber ich kam daher. Und dann ist der Weg auch nicht weit hin zur Brony- und Furry-Community lol.

Wenn ich so darüber nachdenke habe ich sowieso lieber fiktive Charaktere gemocht als echte Schauspieler. Die haben bei mir nie so die Freude ausgelöst wie fiktive Charaktere. Vielleicht weil da die Welten nicht so von den Zwängen belegt sind wie die echte Welt es nun mal ist.

Meine Lateinlehrerin wollte meiner Versetzung damals den Todesstoß versetzen. Sie gab mir auf dem Halbjahreszeugnis eine glatte 6. Das wärs gewesen für mich. Ich beschwerte mich, da ich mitmachte soweit es ging und nie schwänzte. Es gab andere wo selbst den Lehrern bekannt war, dass diese gerne mal fehlten, die auch noch ihre 5 bekamen. Eine 5- mündlich reichte mir, aber selbst das wollte sie mir anscheinend nicht gönnen. Nach einem hin und her und dank dem Einsatz meiner Klassenlehrerin bekam ich meine 5-.

Meine Klassenlehrerin, die auch meine Mathelehrerin war, rettete mir komplett die Versetzung. Sie gab mir in Mathe eine 4 oder sogar 3, ich weiß es nicht mehr genau, aber dadurch wurde meine Versetzung möglich.

Ich weiß nicht ob ich jemals dafür richtig bedankt habe, aber hier tue ich es nochmal.

Frau Kück sie waren eine tolle Klassenlehrerin und Lehrerin und ich danke ihnen für alles. Sie hat auch einen eigenen Youtube-Kanal mit Mathevideos. Den verlinke ich hier

Es lag eher an meiner Antriebslosigkeit, den Flausen und Mathescheu, dass sie bei mir auf Granit gestoßen ist.

Leider zog in der Zeit zum Ende der 10. Klasse ein Freund aus der Gruppe weg. So blieben noch 2 andere. 

Aber 1 von den 2 redete hinter meinem Rücken schlecht von mir bezeichnete mich als langweilig etc.. Dabei würde ich ihn gerne daran erinnern, dass ich derjenige war damals als wir eine Tischtennisphase hatten, wo wir das fast jede Pause gespielt haben, ihn mitspielen zu lassen und Teil unserer Gruppe zu werden. Der Freund der jetzt wegzog, warnte mich ihn besser nicht Teil unserer Gruppe werden zu lassen aber auf mich wirkte er nett und locker.

Hätte ich mal auf ihn gehört. Er zog jetzt weg und ich war ihm "ausgeliefert". Zwar war noch 1 weiterer in der Gruppe aber der war eher zurückhaltend und sprang mir auch nicht wirklich zur Seite.

Aber ich war auch so eine Pfeife und schäme mich dafür, dass der Freund der wegzog von der Klasse schlecht behandelt wurde und ich nicht für ihn da war oder ihn nicht verteidigt habe aus Angst selber ins Fadenkreuz zu geraten. Sry, Bro!

Schlechte Aussichten also für die 11. Klasse. Wir vertrugen uns zwar einigermaßen aber das Verhältnis war eher angespannt, weil der besagte Freund immer mehr auf Möchtegerngangster und Macho tat, was mich eher abstieß.

Oberstufe 11. Klasse

Klassen gibt es in der Oberstufe nicht mehr. Dieser Zusammenhalt und Spaß war irgendwie weg, seit der eine Freund weggezogen war. 

Also ging es wieder los: Die Motivation war schlecht, die Noten sowieso. Ich ging zur Schule ohne Ziel und ohne große Hoffnung das Abitur zu schaffen. Die Fehltage häuften sich zunehmend aber nicht so, dass ich wochenlang ausfiel wie in der 9ten Klasse.

Ende der 11. Klasse

Ich merkte wie es mir immer schlechter ging, auch die Noten waren dementsprechend und wusste gar nicht warum ich mir das "antue". Antrieb war gefühlt 0. Ich schaffte es mit vielen Fehlzeiten bis zu den Sommerferien.

Sommerferien

Ich kann mich nur vage dran erinnern wie genau es anfing. Ich weiß nur das meine Familie in Urlaub fuhr und ich nicht mitkam. Meine Schwester blieb auch zuhause. 
Eines Abends ging es mir sehr schlecht und irgendwie war das der Auslöser. Ich weiß nicht warum, aber ab dem Moment blieb dieses Unwohlsein. Und ich hatte Angst zu Essen und zu Trinken, weil es dann ja noch schlimmer werden könnte. Das waren die Gedanken die bei mir so im Kopf auftauchten.

Es wurde nicht besser und durch das Wenige essen und Trinken, wurde ich körperlich auch immer schwächer. Ich lag nur noch rum, mir war schlecht und schwindelig wenn ich aufstand. Selbst das Haus verlassen fiel mir schwer. Ich lenkte mich mit dem Internet ab irgendwelche Videos oder Hörspiele.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass es mir zu der Zeit so schlecht ging, dass ich nicht mehr alleine in einem Zimmer schlafen konnte und deswegen bei meinen Eltern schlief.

2016 - Der Absturz

Nach den Sommerferien

Ich kam nicht in die Gänge. Ich ging zu einer Hausärztin die mir Opipramol verschrieb, was mich aber nur benommener machte aber mir nicht half gegen die Ängste und Antriebslosigkeit also setzte ich es selber nach ein paar Tagen wieder ab. 

Meine Hausärztin wurde wütend und meinte ich hätte es gar nicht richtig versucht und schmiss mich raus.

Das einzige "Glück" was ich hatte war, dass ich in meinem Bundesland mit 11 Schuljahren die Schulpflicht erfüllt hatte. das hieß, dass zumindest mir die Schule durch mein Fehlen nicht aufs Dach steigen konnte.

Ich kann mich an vieles irgendwie nicht richtig mehr erinnern aber die Schule setzte mein Jahr aus und bot mir an nochmal zu wiederholen, aber ich hatte andere Sorgen als das. Keine Ahnung ob ich noch Atteste oder sowas hatte, ich weiß es nicht mehr.

Ich wog noch ca. 40 kg auf 181cm vorher war ich eher leicht Übergewichtig gewesen. Meine Eltern fuhren mich in eine Aufnahme aber dort sagt man, ich solle es doch ambulant versuchen. Wie schlecht muss es einen gehen um aufgenommen zu werden? Ohne irgendwas wird man da einfach weggeschickt, es scheint denen einfach egal zu sein.

Das einzige was mich gerettet hat war dann die Pflege meiner Eltern und wir versuchten einen Therapeuten zu finden. Bei der Krankenkassenvermittlung zog man über Medikamente her und empfahl lieber eine Psychotherapie. Wo ich heute sagen kann, dass das ein Fehler war und Medikamente wahrscheinlich für mich der bessere Weg gewesen wären.

2017 - 2021 - Kein Vorankommen

Ich kann mich bei diesem Zeitabschnitt nicht mehr genau an die zeitliche Abfolge erinnern. Es ist alles irgendwie in diesem Zeitraum passiert aber keine Ahnung wann genau was.

Therapieversuch

Ich habe einen Therapeuten gesucht, viele waren damals schon überlaufen und heutzutage ist es noch viel schlimmer. Damals aber schon bis zu 1 Jahr Wartezeit. 

Habe dann einen gefunden, wo ich kurzfristig was bekommen hat. Man hat ja immer ein paar Probesitzungen um zu schauen ob es passt. Ich war aber so froh überhaupt irgendwas zu haben, dass ich den Platz nach den Probesitzungen einfach angenommen habe.

Jede Woche hatte ich einen Termin der aber mir bei meiner massiven Angststörung kaum half und ich kam mir vor wie bei einem Märchenopa zu sitzen. Kein Ziel, einfach ein bisschen über Gott und die Welt reden. Wie soll das helfen?

Weiß gar nicht wann "die Therapie" zu Ende war aber geholfen hat es bis zum Schluss nichts und es fühlte sich immer mehr nur wie eine Pflichtaufgabe ohne Sinn an.

Minijob

Ich hatte auch zwischenzeitlich einen kleinen Job jeden Samstag bei der Post als Aushilfe. Aber selbst das war zu viel zu der Zeit für mich. Die Bezahlung war gut und die erste Tour die ich fest hatte war angenehm zu schaffen. Habe zügig gearbeitet und meine Tour immer sehr zeitig geschafft.

Dann kam irgendwann der Wechsel zu einer anderen Tour und die war die Hölle. Selbst ohne große Pausen und im zügigen Tempo war die gerade so schaffbar. Das war zu dem Zeitpunkt zu viel für mich und ich schmiss den Job.

Agentur für Arbeit - Eine Bürokratiehölle

Ich versuchte es dann über die Jugendberufsagentur, weil ich auf eine Vermittlung und Hilfe hoffte bei meinen speziellen Bedingungen. Lange Wartezeiten bis zu den nächsten Terminen, ich hatte keinen direkten Draht zu meiner Sachbearbeiterin, angeblich aus Sicherheitsgründen. Ich musste immer die völlig überlastete allgemeine Hotline der Agentur anrufen, damit diese meine Sachbearbeiterin kontaktieren und selbst dann bekam ich Termine erst nach Wochen (!). 

Ich sollte zum medizinischen Dienst, damit ich eine Wiedereingliederungsmaßnahme bekommen kann, aber meine Sachbearbeiterin verkackte es zweimal alles rechtzeitig in die Wege zu leiten. Dann fiel auch nach wochenlanger Wartezeit mein Termin beim Medizinischen Dienst aus und verschob sich nochmal um Wochen nach hinten.

Am Ende sagte meine Sachbearbeiterin, dass sie von Anfang an eigentlich nicht für mich zuständig war und sie mir alles Gute wünscht. Ja, danke für Nichts.

Das hier oben alles hat sich bis 2021 von 2017/2018 glaube ich hingezogen.

Tagesklinik

Man empfahl mir noch bevor ich eine Maßnahme der Arbeitsagentur antrete mich noch mehr psychisch zu stabilisieren. Ist nur leider ein Witz wenn alles voll ist und Stationär wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Ich schaffte es in eine Tagesklinik, war aber sehr enttäuscht.

Man hatte kaum Programm oder Behandlung. Sehr viel Leerlauf. Als ich fragte was man in diesen langen Leerlaufzeiten tun soll, hieß es mit den anderen Patienten was machen. Viel zu machen war nicht, außer Reden oder Brettspiele. Zudem habe ich keine Lust verspürt mit jemanden was zu machen. Ich wollte einfach alleine sein. 

Bin dann einfach im nächstliegenden Waldstück stundenlang spazieren gewesen, Musik oder Radio gehört und zu den Terminen wieder da gewesen. Hat da keinen interessiert. Keine Nachfragen oder sonst etwas. Das reinste Zeit totschlagen. Das einzig gute war, dass man vielleicht ein bisschen Struktur hatte und nicht den ganzen Tag zuhause rumhing.

Maltherapie und Bastelstunden gab es auch was mir nichts gegeben hat, weil ich überhaupt keine künstlerische Ader habe. Meins sah alles nach Grundschule aus während alle anderen gefühlt Kunstwerke erschafften. Es war mir eher peinlich als das es mich aufgebaut hat.

Gruppensitzungen fand ich schlimm und verstehe den Sinn nicht. Ich selber kann mich vor Fremden nicht öffnen. Andere die sich öffnen sagen wie schlecht es ihnen geht und so weiter. Das soll einen aufbauen? Danach geht es mir nur schlechter.

Einzelgespräche waren auch irgendwie nix. Wie geht es ihnen und bla bla aber ohne Substanz. 

Als man mich ansprach ob ich Medikamente haben will, sagte ich, ich bin Unsicher wegen Wirkung und Nebenwirkungen. Man sagte dann: OK, wenn sie nicht wollen... und das war es dann.

Am Ende eigentlich genauso entlassen worden wie reingekommen. Bei meiner Krankenkasse kann man sehen was der Spaß gekostet hat: 10.000€ und das für Nichts.

2021 - 2022 - Bergedorfer Impuls

Von 2021 - 2022 besuchte ich eine Wiedereingliederungsmaßnahme von der Arbeitsagentur und zwar beim Bergedorfer Impuls.

Es gab verschiedene Bereiche: Hauswirtschaft, Tischlerei, Büro und Informatik.

Ich weiß gar nicht ob ich mich dafür entschied oder ob ich zugeteilt wurde aber ich landete in der Hauswirtschaft.

Wenn man erstmal in den Tätigkeiten drinnen war, dann lief es eigentlich gut. Ich brauche Struktur und Verlässlichkeit in meinem Alltag. Ständig was Anderes oder Neues fällt mir schwer. 

Die anderen Teilnehmer waren nett, aber irgendwie fand ich wieder mal keinen Anschluss und war alleine. Ich blockte aber von mir aus auch. Ich wollte irgendwie alleine sein, hasste es aber auch einsam zu sein. Fühlte mich irgendwie immer fremd und wie der einzige "Verrückte" hier. Selbst jemand der da Asperger hatte, konnte besser mit Menschen und schien gar keine Probleme zu haben. Aber es tat schon einmal gut Leute um sich rum zu haben und Alltag zu haben. 

Zudem bekam man vom Amt auch Geld, ich glaube das hieß Ausbildungsgeld. Also endlich mal seit meinem letzten Job bei der Post, das Jahre her war, wieder selbst Einkommen. Sonst bin ich auf "Taschengeld" von meinen Eltern angewiesen, was mir einfach peinlich ist, ich würde gerne selbst Geld verdienen und nicht anderen auf der Tasche liegen und abhängig sein.

Man hatte auch einen Sozialpädagogen der einen betreute und mit dem man regelmäßig Gespräche hatte. Meine erste Betreuerin ging aber relativ schnell. Ich glaube es war wegen Verwerfungen mit dem Impfen. Es war ja zur Coronazeit. Ich mochte sie eigentlich und fand den Wechsel schade. 

Eine Zeit lang hatte ich glaube ich dann erstmal niemanden und dann kam eine Neue mit der ich nicht wirklich warm wurde.

Einmal hatte ich einen Witz gemacht aber wirklich harmlos und nichts anzügliches oder wirklich krasses und sie ermahnte mich, dass ihr das zu weit geht. Das beeinflusst natürlich, was ich ihr noch erzähle und wie das Verhältnis ist.

Es gab auch kleine Gruppengespräche die mir aber nicht viel gaben, weil ich mich nicht gut öffnen kann und die anderen alle sich kannten oder einfach gut miteinander konnten. Ich fühle mich in diesen Gruppen immer wie das fünfte Rad am Wagen.

Einmal sollte ich noch den Bereich wechseln um zu sehen wie es in den anderen Bereichen ist aber ich wollte eigentlich meine Strukturen behalten und wechselte nach 1 Woche wieder in die Hauswirtschaft.

3 Praktika hatte ich:

Eines im Einzelhandel was mir nicht wirklich Spaß machte. Die Leute waren nett aber man durfte nur Pappe entsorgen, einräumen und von Kunden genervt werden. Das ist nix für mich. War froh als es vorbei war.

Ein Zweites bei der Post, was ich nicht durchhielt, weil ich zu der Zeit wieder eine Tiefphase hatte.

Das Letzte hatte ich in einer Schulkantine, was ganz nett war. Habe da sogar einen ehemaligen Lehrer nochmal getroffen, aber ich glaube er hat mich nicht wirklich wiedererkannt.

Die Maßnahme geht eigentlich 1 Jahr aber meine wurde um ein halbes Jahr noch verlängert aber ich wusste bis kurz vor Schluss nicht was ich danach machen sollte.

Da sah ich ein Schild wo draufstand: Vollschulisch Hauswirtschaft, jetzt anmelden!

Da dachte ich mir, das wäre es: Schule ist etwas entspannter, weil ich immer noch meine Probleme hatte und Hauswirtschaft fand ich ganz OK. 

Ganz witzig war die digitale Sprechstunde wo Interessenten sich informieren konnten. ich war der Einzige der da war und konnte 1:1 mit dem Abteilungsleiter quatschen :D

Ich bewarb mich und wurde genommen, was aber auch nicht sehr verwunderlich war, da dies eine ESA-Ausbildung ist und ich ja die 11. Klasse abgeschlossen hatte also allgemeine Fachhochschulreife. Das Schuljahr begann Mitte 2022.

Alles in allem war es OK beim Bergedorfer Impuls, aber ich hatte auch viel mit der Antriebslosigkeit, Depression und Müdigkeit zu kämpfen. Hatte zu dem Zeitpunkt einen schlechten Schlaf und war voll auf Koffein. Nachmittags waren die Leerzeiten ein bisschen viel und man musste doch so ein bisschen die Zeit rumkriegen.

In der Zeit hatte ich 3 vergebliche Versuche noch einmal Therapie zu bekommen. Einmal war ich, wo Psychotherapeuten in der Ausbildung Therapieplätze anbieten aber irgendwie war ich nicht überzeugt und es fehlte die Motivation ohne Medikamente es durchzuziehen.

Dann war ich bei einer Psychiaterin die sehr unangenehm war und mich bei sensiblen Themen geradezu verhöhnte. Daraus wurde also auch nichts. Dabei hatte ich mir extra einen Vermittlungscode geholt und war guter Dinge.

Der letzte war wieder ein Psychotherapeut der aber sagte ich bin nichts für die ambulante Behandlung sondern müsste Stationär machen aber dies kurz bevor meine Ausbildung als Hauswirtschafter begonnen hätte also entschied ich mich dagegen es Stationär zu machen, besonders auch Wartezeiten und das komplette rausgehen aus meiner gewohnten Umgebung schreckten mich ab.

2022 - 2025 - Ausbildung Hauswirtschaft

Am Anfang war es schwer nicht mehr im geschützten Rahmen zu sein unter so vielen Leuten. 

Es gab 2 Klassen mit jeweils um die 20 Schülern. Ich war der Älteste mit, ich glaube, 5 Jahren Abstand.

Der Start war etwas holprig, viele unmotivierte und komische Leute dabei, den man angemerkt haben, dass sie nur durch die Ausbildung die Realschule erwerben wollten. Was ich verstehen kann, dass dies kein Traumberuf für die meisten ist aber sie haben es wirklich offen gezeigt.

Mit den Kochstunden und den neuen Strukturen tat ich mich zunächst schwer, fand aber nach und nach rein.

Meine Klasse und die Nebenklasse schrumpfte schnell, weil viele schnell abbrachen, gar keine Ambitionen zeigten oder viel fehlten.

Ich glaube nach einem halben Jahr waren wir nur noch 1 Klasse. Ein halbes Jahr ist immer "Probezeit". Das erste halbe Jahr und das letzte hat man nur Schule und die restlichen 2 Jahre hat man 2 verschiedene Praktika, wo man pro Woche 2 Tage ist und 3 Tage Schule. Man hat weitestgehend Schulferien, was natürlich für mich eine Erleichterung war.

Meine Noten waren gut und blieben auch so bis zum Schluss, auch Fehlzeiten hatte ich nicht viele. Es motivierte, wenn man gut dabei war und gebraucht wurde, nicht wie zur Schulzeit wo ich nur schlechte Noten kassiert habe, nix verstanden habe und auch nicht wirklich vermisst wurde.

2023

Die Praktikaplätze werden einem von der Schule zugeteilt aber man kann auch Wünsche äußern oder im Notfall wechseln, wenn es gar nicht geht.

Meine Praktikumsplätze waren beide gut, hatte nichts zu meckern. Der Erste war in einer Kita, der Zweite in der Schule in der Logistik dort.

2023 wurde meine Klasse die glaube ich zu den Zeitpunkt auf 10 geschrumpft war zusammengelegt mit dem nachfolgenden Jahrgang aus 2023 wo es 16 Schüler waren.

2024 - Zwischenprüfungen

Noten waren weiterhin gut und es machte mir weitestgehend Spaß. Die Leute die ich unangenehm fand, waren schon längst "aussortiert" worden.

Aber es standen die Zwischenprüfungen an, davor hatte ich Riesenangst.

Es war eine krasse Stresssituation für mich. Ich musste Wraps machen, einen Teewagen vorbereiten und ein Waschbecken reinigen als praktische Aufgabe. Hab dafür eine 2+ bekommen.

Schriftlich war es glaube ich eine 1 oder 1+, also wirklich super durch gekommen.

Gott sei dank, habe ich mir gedacht, der nächste Angstgegner ist die Abschlussprüfung.

2025 - Glück währt nicht ewig

Noten weiterhin gut und es macht Spaß.

Die Klasse war also mein Jahrgang 2022 und der nachfolgende 2023 waren nur noch 8 Schüler oder so plus eine die Sitzengeblieben war aus dem Jahrgang 2021.

Es gab keinen Jahrgang 2024 und folgende. Es gibt nur noch die duale Ausbildung, die schulische wurde inzwischen eingestellt, weil sich keiner mehr findet oder nur eine Hand voll.

Ich finde es komisch die Jahrgänge davor und unserer waren noch richtig viele Schüler und danach also 2 Jahre später findet sich niemand mehr? Ist krass.

Hab auch gehört, dass es auch Jahrgänge gab die mit 3 Klassen in die Abschlussprüfung gegangen sind bei uns waren es 3. Ich und eine andere aus meiner ehemaligen Stufe also Jahrgang 2022. Die dritte war eine die sitzen geblieben ist. Das war der Abschlussjahrgang.

So einen kleinen Abschlussjahrgang hat es wohl noch nie vorher gegeben. Es ist krass wenn ich darüber nachdenke, dass von ehemals über 40 aus meinem Jahrgang nur ich und eine weitere Schülerin übrig geblieben sind.

Aber ich merkte umso mehr es in Richtung Abschlussprüfung ging wie sich meine psychische Gesundheit verschlechterte. Fehlzeiten gingen zwar, wurden aber mehr. Antriebslosigkeit und Depressionen wurden wieder schlimmer.

Ich begann regelmäßig Alkohol zu konsumieren. An einem Prüfungstag war ich sogar leicht verkatert und hatte Kopfschmerzen vom Vortag.

Die Prüfungen waren wieder enormer Stress aber der schriftliche Teil und ein Teil der praktischen Prüfungen liegen gut.

Aber der zweite Teil der praktischen Abschlussprüfung lief nicht so gut.

Man bereitet ein tag vor der Prüfung seine Geräte und so weiter vor, innerhalb einer Stunde.

Am Prüfungstag ging das Bügeleisen plötzlich nicht mehr, obwohl ich es getestet hatte, auch das Kochen war eher nur eine mäßige Leistung, vielleicht habe ich das Falsche ausgewählt oder es lag an meinem allgemein schlechteren Gesundheitszustand?

Habe dafür eine 3- oder 4+ am Ende bekommen und war sehr enttäuscht aber Hauptsache bestanden und meine Fachhochschulreife so abgeschlossen.

2025 - Misslungener Abiturversuch

An der selben Schule wo ich die Ausbildung machte, konnte man auch Fachabitur und Abitur machen und ich erfüllte dadurch, dass ich damals Latein hatte und bis zur 11. Klasse in der Schule war, jetzt die Voraussetzungen mein Abitur doch noch zu machen.

Sehr gut, nochmal entspannt Schule dachte ich mir und dann studieren. Wollte Politikwissenschaften studieren, weil es mich sehr interessierte.

Aber mein psychischer und physischer Gesundheitszustand wurde immer schlechter und der Alkoholkonsum stieg.

Es wurde einem ein Vorbereitungsskript für Mathe zugeschickt, weil das für die meisten das Hauptproblem ist. Ich habe nicht mal reingeschaut. Kein Antrieb, keine Motivation und Verdrängung. 

Eine Woche bevor des losging gab es noch ein 3 Tage Crashkurs und ich sah dumm aus der Wäsche. Komplett die Grundlagen fehlten mir und ich verstand weniger als nichts.

Es nahm seinen Lauf...

Die Klasse

In der Klasse kannten sich viele, weil sie an der Schule schon die 11te gemacht hatten und jetzt in die 12te eintraten.

Es war schlimm.

Ich war ein kompletter Außenseiter, saß alleine am Tisch und betete, dass es schnell vorübergeht.

Mir ging es nur noch schlecht und Mathe gab mir den Rest. Alle schienen zumindest ein bisschen Ahnung zu haben, aber ich verstand wirklich nichts.

Es machte kein Sinn, dass hätte ich nie im Leben alleine alles geschafft und nachgeholt.

Ich brach ab und hing wieder in der Luft.

Trank ordentlich Alkohol und brachte so die Tage rum.

Ich wusste einfach nicht mehr wie es weiter gehen soll.

Oktober - Dezember 2025

Es ging mir immer noch schlecht aber ich schaffte es endlich mich beim Arbeitsamt zu melden und bekam ein Gespräch bei der Berufsberatung und sollte ein Termin in der Jobvermittlung bekommen, damit ich als Hauswirtschafter arbeiten kann.

Januar - Mai 2026

Man sagte mir zwar, dass es lange dauern würde bis ich einen Termin bekomme aber nach Monaten Funkstille fragte ich nach.

Ich war geschockt, man sagte mir ich sei schon im Februar (es war April oder Mai zu de Zeitpunkt) von der Jobvermittlung abgemeldet worden und sei auch nicht mehr als arbeitslos gemeldet. Ich hatte keine Nachricht oder Mitteilung darüber erhalten.

Als ich fragte wie das passieren könne, wurde ich angemacht: "Das ist halt jetzt so, kann man nicht ändern!"

Die Alte belehrte mich noch mit irgendwas zu Mitwirkungspflicht und sagte ich könne ja Politikwissenschaft mit Fachhochschulreife in Berlin studieren. Als ich erwiderte, dass es dort teuer wäre und ich psychische Probleme hätte, sagte sie nur: "Es gibt Bafög und wenn es nicht reicht müssen sie halt nebenbei arbeiten gehen."  Im Klartext: Sehen sie selbst zu, wir helfen ihnen hier null. Ich hasse das Arbeitsamt.

Hoffnung gehabt, dass diese einen irgendwie helfen können und wieder enttäuscht worden.

Ich wusste nicht mehr weiter und suchte selbst nach einer Lösung und schaute, was in Hamburg Politikwissenschaften am nächsten kommt.

Ich fand Sozialökonomie an der Uni Hamburg für Fachhochschulreife und war Feuer und Flamme, endlich war da etwas wieder was erreichbar schien und etwas für mich sein könnte.

Ich bewarb mich. Das gab mir wieder Hoffnung, der Alkoholkonsum sank auf jetzt null und meine Psyche ging ab da wieder bergauf.

August 2026

So und jetzt sind wir in der Gegenwart. Ich warte immer noch und bin nervös. Es ist noch eine Woche bis die Koordinierungsphase endet und ich habe noch 3 Plätze vor mir. Es kann noch gut was werden aber es bleibt spannend.

Dem Alkohol habe ich fürs erste komplett Tschüss gesagt, nur mein Koffeinkonsum könnte ich, wenn es nach mir ginge noch, etwas reduzieren. Meine Stimmung ist zurzeit relativ stabil, aber wer weiß ob ich es an die Uni schaffe und wenn wie es da so läuft, ob es wirklich das ist was ich mir vorstelle.

Ich hatte auch die Kraft wieder ein therapeutischen Versuch zu starten aber der Sozialpsychiatrische Dienst hilft hier einem null. Keine Vermittlung oder sonst irgendwelche Angebote, die einem helfen könnten. Ich kriege nach 1 Stunde Gespräch nur gesagt, dass stationäre Therapie gut wäre, wie ich das mit einem eventuellem Studium mache oder da einen Platz bekomme, ist dann komplett mein Problem aber man bekommt es von einem Arzt und Sozialpädagogen nochmal gesagt. Also keine große Hilfe.

Bei den Institutsambulanzen sagt man nur: "Melden sie sich in einem Monat wieder, dann sehen wir weiter, wir sind voll."

Also wie es da weitergeht kann ich noch nicht sagen, muss ich mal schauen, was ich als nächstes versuche.

Ich habe das Gefühl ständig durch das Raster zu fallen oder es mit Leuten zu tun zu haben, denen alles egal ist und die nur ihren Gehaltscheck abholen und den Menschen ihr Schicksal überlassen.

Sozial bin ich weiterhin isoliert, außerhalb meiner Familie habe ich keine Kontakte.

Das ist es bis hierher. Respekt wer es bis hierhin geschafft :D

Hoffe das sich alles gut entwickelt.

Fortsetzung folgt?

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